top of page

Was geht wirklich in Ihnen vor?

  • khoffmann1
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Es war ein Dienstagmorgen. Ich saß am Kopf des Tisches.

Zwanzig Menschen schauten mich an. Führungskräfte aus verschiedenen Ländern. Jeder von ihnen wartete darauf, dass ich die Richtung vorgebe. Ich kannte die Zahlen. Ich kannte die Strategie. Ich hatte die Folie auf dem Bildschirm, die alles erklärte.


Und trotzdem saß da, ganz hinten in meinem Kopf, eine Stimme: "Das ist falsch. Du weißt es. Aber du wirst es trotzdem durchwinken."

Und genau das tat ich.

Nicht weil ich feige war. Nicht weil ich es nicht besser wusste. Sondern weil es niemanden gab, der mich in diesem Moment gefragt hätte: „Klaus – was glaubst du wirklich?"


Ich war EMEA-Präsident bei Dow Corning. Dreißig Jahre in einem globalen Konzern. Managing Director, Supply Chain Director, Key Account Executive – ich hatte jeden Titel, der auf einer Visitenkarte Eindruck macht. Ich hatte Macht. Einfluss. Einen Kalender, der keine Lücken kannte.


Was ich nicht hatte: Einen einzigen Menschen, der mir die unbequeme Frage stellte. Der nicht in der gleichen Hierarchie saß. Der keine eigene Agenda hatte. Der einfach fragte – und dann schwieg, bis ich wirklich antwortete. Das ist die Lücke, die ich damals nicht benennen konnte. Heute weiß ich, wie sie heißt.


Als ich aufhörte bei Dow Corning, passierte etwas Seltsames.

Der Kalender wurde leer. Die Anrufe hörten auf. Der Titel verschwand. Und ich saß da – mit dreißig Jahren Erfahrung, mit Narben und Erkenntnissen, mit Fehlern, die mich mehr gelehrt haben als alle Erfolge zusammen – und fragte mich:

Wozu war das alles gut, wenn ich es nicht weitergebe?


Also fing ich an zu fragen. Nicht zu erklären. Nicht zu beraten. Nur zu fragen. Und etwas Merkwürdiges geschah. Die Geschäftsführer, mit denen ich sprach, fingen an zu reden. Manchmal geschah das schon im Erstgespräch am Telefon. Ich wunderte mich, ob dieser Offenheit und Bereitschaft Emotionen und Gefühle zu teilen. Wirklich zu reden. Nicht das, was sie im Meeting sagen. Nicht das, was sie dem Gesellschafter berichten. Sondern das, was sie nachts beschäftigt.


Über tausend Gespräche später weiß ich: Die Antworten waren immer schon da. Tief unter dem Tagesgeschäft, unter dem Druck, unter der Erwartung anderer. Sie brauchten keinen Ratgeber. Sie brauchten einen Spiegel.


Ich hätte diesen Spiegel damals gebraucht.

An jenem Dienstagmorgen. Am Kopf des Tisches. Mit zwanzig Menschen, die auf meine Antwort warteten. Vielleicht hätten wir eine andere Entscheidung getroffen. Vielleicht nicht.

Aber ich hätte sie wirklich getroffen. Nicht durchgewinkt.


Das ist der Grund, warum ich heute tue, was ich tue. Ich bin kein Coach mit Zertifikat und Lehrbuch. Ich bin jemand, der selbst am Kopf des Tisches saß – und der weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Stimme ganz hinten im Kopf recht hat.


Ich bin IHR Unternehmerspiegel.

Und die einzige Frage, die zählt, ist diese:

Was glauben Sie wirklich?


Wenn diese Geschichte etwas in Ihnen berührt hat – schreiben Sie mir. Nicht weil ich Ihnen etwas verkaufen will. Sondern weil das der Anfang des richtigen Gesprächs ist.


 
 
 

Kommentare


©2021 Klaus Hoffmann Coaching & Consulting. Erstellt mit Wix.com

bottom of page